Das Ende der Dinosaurier-Autos
5. Juni 2008
Es ist selten geworden, dass ich einem SpiegelOnline-Artikel annähernd gänzlich zustimmen kann, aber in diesem Fall ist es endlich wieder soweit.
Ich erinnere mich daran, wie ich eines dieser Vehikel zum ersten Mal auf der Straße sah. Es wirkte so schlecht proportioniert und protzig und ungelenk, dass ich mich direkt fragte, wer sich um Himmels Willen in der heutigen Zeit dazu entschließt, ein solches Fahrzeug herzustellen, das mich sofort an den Volkswagen auf Stelzen, Golf Country genannt, zurückdenken ließ. Als ich dann Porsche las, fiel mir die Kinnlade auf die Brust. Ich konnte es wirklich nicht fassen: DAS sollte ein Modell des bekanntesten deutschen Sportwagenherstellers sein? Kopfschüttelnd ging ich, eifrig grübelnd über “geniale” Managerentscheidungen wie die Einführung des VW Phaeton und absolut davon überzeugt, dass auch dem Cayenne nur ein ähnlich bescheidener Erfolg beschieden sein würde, von dannen. Zu weit hergeholt schien mir der Gedanke, dass es viele Menschen geben könnte, die sich für eine solche Chimäre aus Edelkarre und Monstertruck begeistern könnten.
Ich sollte mich sehr irren. Sicherlich hatte mir dabei auch mein nach der Pubertät versiegtes Interesse an Automobilen und entsprechenden Publikationen ein Schnippchen geschlagen, sonst hätte ich den kommenden Hype der SUVs durchaus ahnen können. So war ich aber sprachlos ob der immer größer werdenden Zahl an Schein-Geländewagen auf den Straßen, von denen 99% wahrscheinlich ihr Lebtag nicht einen Quadratmeter Feldweg, geschweige denn echtes Gelände unter die Riesenräder bekommen dürften. Kein Wunder, denn da könnte ja auch der Lack oder die hochglanzpolierten Felgen einen Kratzer abbekommen – und was dann?
Liest man sich die Diskussion im zum Artikel zugehörigen Diskussionsfaden durch, erscheint als Hauptargument der SUV-Befürworter das Wort “Sozialneid”. Im Grunde braucht man dazu nicht viel mehr zu sagen, das sagt bereits viel darüber, wer sich solche Fahrzeuge kauft und welche Weltsicht er vertritt (ich müsste jetzt hier den Talkshow-Allgemeinplatz “Das darf man aber nicht verallgemeinern!” plazieren, obwohl ich das für einen absoluten Nonsenssatz halte, denn was kann man schon verallgemeinern – aber nun steht er trotzdem hier). Kritiker wie ich würden sich eben niemals ein SUV kaufen und sogar, wenn man es mir schenken würde, würde ich das Ding ohne Umschweife verscherbeln. Es geht nicht darum, dass jemand sich das Fahrzeug leisten kann, es geht schlicht und einfach darum, dass diese Teile zuallererst zweierlei sind: Sinnfrei und protzig. Und dadurch peinlich und geschmacklos. Wer sinnfrei und protzig nicht peinlich und geschmacklos findet, der kauft sich ein SUV und regt sich fortan von oben über die Sozialschmarotzneider in ihren beengten Twingos, Corsas und Polos auf, die in Wahrheit alle vom Touareg träumen.
Übrigens könnte man hier einhaken und fragen, warum ich denn nicht auch Sportwagen in dieselbe Kategorie stecke, denn auch die sind ja mindestens ebenso sinnfrei und protzig. Letztlich tue ich das auch, aber diese haben meiner subjektiven Wahrnehmung nach lange nicht eine solche Verbreitung gefunden, wie SUVs. Durch die geringe Präsenz haben sie sich auch ihren gewissen Exoten-Status erhalten – und fast alles, was selten ist, übt einen gewissen Reiz aus, sogar auf Automobil-Faszinationsabstinenzler wie mich. Zumal Sportwagen vor allem optisch Welten von diesen Ungetümen trennen.
Mit einem Punkt des gefeierten Artikels bin ich übrigens nicht einer Meinung: Obwohl Hummer mit seinen Extremkarren offenbar ein großes Problem hat, glaube ich nicht, dass das Ende des SUV-Zeitalters schon angeläutet ist. Dafür sehe ich eine zu große Steigerung derer Präsenz im Straßenverkehr. Insofern ist die Überschrift dieses Beitrags eher Wunschdenken als Feststellung.
[Nachtrag: Ein witziger Beitrag aus dem SpiegelOnline-Forum soll hier nicht unerwähnt bleiben.
allesbesserwisser schrieb:
Bei uns im Gewerbegebiet steht eine freie Tankstelle, im Schnitt 3 bis 4 Cent billiger als die Markentankstellen. Da stehen sie dann Freitagsabends Schlange, unsere Herren Mittelständler mit ihren Cayennes, Q7, X5 und M-Klassen.
Rückstau bis auf die Straße, kein Scherz. Kaufen sich Traktoren mit 25 Liter Verbrauch, und stehen dann Schlange, wie in der DDR, um beim Sprit 3 Cent zu sparen. Generation Möchtegern.
Das ist auch so eine Sache, die mir immer mehr auffällt. Es ist heutzutage kein Widerspruch mehr, ein teures Auto zu fahren (oder auch zwei) und trotzdem ständig über Benzin-Cents, Rabatt-Aktionen und Sonderpreise zu schwadronieren, bei jeder (un)passenden Gelegenheit mit einem Gutscheinheft zu wedeln und möglichst viel bei Lidl, Aldi & Co. einzukaufen.]
Ruhezustand
20. April 2008
Eine Sache, die mich am meisten an Computern nervt, ist die Zeit, die diese brauchen, um hochzufahren. Allein aus diesem Grund läuft meine Kiste oft ununterbrochen, auch wenn sie eine geraume Weile nicht genutzt wird. Doch es gibt eine Möglichkeit, das zu verhindern, von der ich leider erst vor kurzem gelesen habe: Den »Ruhezustand«.
Nein, es geht nicht um Standby, sondern um die Möglichkeit, seinen Rechner komplett auszuschalten und beim Einschalten statt Windows langwierig zu booten, sofort im selben Zustand weiterarbeiten zu können, bei dem man seinen Rechner in den Ruhezustand versetzt hat.
Dazu schreibt Windows alle Daten aus dem Arbeitsspeicher in einen speziell dafür reservierten Bereich auf der Systemplatte und fährt den Rechner herunter. Diese Daten liest es dann beim Starten wieder aus.
Der größte Vorteil ist das schnelle Hochfahren des Rechners, der größte Nachteil der große Platzbedarf, da Windows zu diesem Zweck die versteckte Datei »hiberfil.sys« auf der Systemplatte anlegt, die immer so groß wie der verbaute Arbeitsspeicher ist.
Will man den Ruhezustand nutzen, muss man unter »Systemsteuerung« -> »Energieoptionen« -> »Ruhezustand« das entsprechende Häkchen setzen. Will man den Plattenplatz lieber nicht dafür opfern, muss man dieses Häkchen folglich entfernen.
Um den Ruhezustand dann zu aktivieren, klickt man zunächst wie gewohnt auf »Start« und »Ausschalten« und wenn dann die drei Buttons erscheinen, drückt man die Shift-Taste und hält sie gedrückt. Sofort wechselt die Bezeichnung unter dem »Standby«-Knopf zu »Ruhezustand« und mit einem Klick ist man dabei.
Viel Spaß damit!
Endlich Ruhe
15. April 2008
Wahnsinn; mein gerade fertiggestellter neuer Rechner ist so leise, dass man zweimal hinhören muss, um festzustellen, ob er überhaupt läuft – und das trotz vierer verbauter Lüfter. Möglich machen das die unfassbar laufruhigen Exemplare von Xen-Core, die ich kürzlich zufällig entdeckt habe. Im Zusammenspiel mit dem genialen CPU-Kühler von Noctua eine wahre Wonne. Alle krachgeplagten Rechner-Besitzer dürfen direkt zugreifen und die entspannende Stille genießen …
Konkurrenzlos günstig und mit freundlicher Beratung gibt’s die Sachen übrigens bei Friese IT.