Bahn-Krisengipfel wegen Bedienzuschlag
12. September 2008

Welch eine Farce. Bei tagesschau.de, stern.de und SpiegelOnline wird groß besagter Krisengipfel verkündet; der Titel des SpOn-Artikels wurde mittlerweile sogar in »Merkel knöpft sich Mehdorn vor« geändert. Ich bin mir sicher, dass die Bahn-Oberen, die nun über »weit reichende Änderungen an dem Konzept« nachdenken, sich nach reiflicher Überlegung in einem großen Akt der Selbstaufopferung dazu durchringen werden, die absurde Bedien-Gebühr doch nicht einzuführen.
Erreicht haben sie mit der einkalkulierten Empörungswelle vor allem eines, ihr eigentliches Ziel: Dass die Allgemeinheit sich ob des erreichten Erfolges zufrieden zurücklehnt und das tatsächliche Übel, nämlich die unverschämte erneute Preissteigerung, ohne größere Proteste durchgezogen werden kann. Chapeau!
Zugleich ist die Diskussion eine willkommene, weil seltene Möglichkeit für Spitzenpolitiker, sich als Gallionsfiguren des Volkswillens aufzuspielen und in lautes Protestgeschrei auszubrechen. Auch wenn man dem Bürger sonst leider doch viel abverlangen muss – Stichwort »Eigenverantwortung« – zwei Euro fünfzig für den Schalterservice hat man ihm erspart.
Zeit für Jubelarien.
Nachtrag (12.9.08, 9:40 Uhr)
Sieh mal einer an, das ging ja schneller, als gedacht …
Nachtrag (17.9.08, 9:36 Uhr)
Ganz wie vermutet: Die kommenden Preissteigerungen sind komplett aus der Wahrnehmung der Medien sowie der Bevölkerung getilgt.