Nachfragen unerwünscht
8. Mai 2008
Zu dem Fall Josef Fritzl wollte ich eigentlich aufgrund des bereits vorhandenen Medienhypes nichts schreiben, aber den Umgang mit Fehlern der ermittelnden Behörden finde ich einen Eintrag wert. Auf SpiegelOnline findet man diesen Videobeitrag zum Fall, in dem Franz Polzer, Leiter der Ermittlungen in Amstetten, dazu interviewt wird. Konkret geht es darum, wie die Behörden auf die seltsamen sog. Kindsablegungen reagiert haben; naheliegend wäre z.B. gewesen, herauszufinden, in welcher Sekte die Tochter untergekommen ist.
Franz Polzer: Es gibt unglaublich viele 18- und 19jährige, die gerade zu diesem Zeitpunkt ihr Elternhaus verlassen – manchmal ganz absichtlich, manchmal mit dem Wissen der Eltern – aber in sehr, sehr vielen Fällen, wo sie einfach weg wollen, weil es die Zeit ist, ein eigenes Leben zu beginnen.
Spiegel-Reporter: Also hat man denn mal nachgefragt beim Sektenbeautragten oder bei einer Stelle, die sich damit auskennt?
FP: (kurze Pause) Ich möchte Ihnen auf diese bohrenden Fragen keine Antworten mehr geben, denn …
S: Aber wieso, es liegt doch nahe, dass man mal nachfragt?
FP: Danke schön, ich möchte dieses Interview jetzt abbrechen.
S: Aber warum, es ist doch klar, dass man …
FP: Danke schön! Danke schön.
Keine Antwort ist auch hier mal wieder eine Antwort.
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