Kinski – Jesus Christus Erlöser
21. Mai 2008

»Ich gehe jetzt noch ein Mal – und zwar zum letzten Mal – weg. Und wenn auch nur ein einziger übrigbleibt, der das hören will, dann muss er so lange warten, bis das andere Scheiß-Gesindel weggegangen ist!«
Seit einigen Tagen ist ein interessanter Doku-Film in den Kinos: »Kinski – Jesus Christus Erlöser«; die Dokumentation eines außergewöhnlichen Abends im Herbst 1971. Klaus Kinski in einer abendfüllenden Auseinandersetzung mit einem widerspenstigen Publikum.
Ich bin gespannt, ob das wirklich einen Kinofilm ergibt und sobald er auch in hiesigen Gefilden zu sehen ist, gibt es dazu einen Post. Die filmstarts-Rezension gibt Grund zur Hoffnung.
Petition gegen Bahnprivatisierung
17. Mai 2008
Herwig Kerscher* hat bereits am 22. April eine öffentliche Petition gegen die geplante Bahnprivatisierung auf den Seiten des deutschen Bundestages gestartet, die bislang noch viel zu wenige Unterzeichner gefunden hat. Also los jetzt! Und bitte weitersagen …*
P.S. Bitte nicht über die Link-Adresse wundern; die Petitionsausschuss-Seiten werden vom International Teledemocracy Centre an der Napier Universität in Edinburgh betreut, das das System mit Unterstützung der British Telecom Scotland entwickelt hat.
Gefunden via NachDenkSeiten.
*[Nachtrag am 20.5.: Ein Autor der Nachdenkseiten wies netterweise gerade per Kommentar darauf hin, dass Initiator Kerscher ein Mitglied der »Republikaner« ist. Das ist natürlich Mist … stellt sich die Frage, ob man deshalb eine an sich sinnvolle Petition nicht unterstützt? Diesbezüglich finde ich diese Ansicht recht sinnig.]
*[Nachtrag II am 4.6.: Der Petent hat nun gegenüber den NachDenkSeiten versichert, kein Mitglied der »Republikaner« mehr zu sein (was natürlich lange nicht heißen muss, dass er seine Gesinnung geändert hätte).]
Zuerst die Biene – dann der Mensch
9. Mai 2008
»Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.«
Dieses Zitat wird oft Albert Einstein zugeschrieben, aber wahrscheinlich hat es eher ein anderer kluger Kopf geäußert. Wie dem auch sei – es ist schon erstaunlich, wie rabiat der Mensch mit der Natur umgeht. Von leichter Hand werden da Nervengifte freigegeben und eingesetzt, obwohl offensichtlich die Wirkung auf Lebewesen nicht zureichend erprobt wurde – vorausgesetzt, der Verdacht der badischen Imker stimmt. Wie kurzsichtig und dumm, wenn man sich klarmacht, dass die Ernten der Landwirtschaft unmittelbar von den Bienen abhängen.
Nachfragen unerwünscht
8. Mai 2008
Zu dem Fall Josef Fritzl wollte ich eigentlich aufgrund des bereits vorhandenen Medienhypes nichts schreiben, aber den Umgang mit Fehlern der ermittelnden Behörden finde ich einen Eintrag wert. Auf SpiegelOnline findet man diesen Videobeitrag zum Fall, in dem Franz Polzer, Leiter der Ermittlungen in Amstetten, dazu interviewt wird. Konkret geht es darum, wie die Behörden auf die seltsamen sog. Kindsablegungen reagiert haben; naheliegend wäre z.B. gewesen, herauszufinden, in welcher Sekte die Tochter untergekommen ist.
Franz Polzer: Es gibt unglaublich viele 18- und 19jährige, die gerade zu diesem Zeitpunkt ihr Elternhaus verlassen – manchmal ganz absichtlich, manchmal mit dem Wissen der Eltern – aber in sehr, sehr vielen Fällen, wo sie einfach weg wollen, weil es die Zeit ist, ein eigenes Leben zu beginnen.
Spiegel-Reporter: Also hat man denn mal nachgefragt beim Sektenbeautragten oder bei einer Stelle, die sich damit auskennt?
FP: (kurze Pause) Ich möchte Ihnen auf diese bohrenden Fragen keine Antworten mehr geben, denn …
S: Aber wieso, es liegt doch nahe, dass man mal nachfragt?
FP: Danke schön, ich möchte dieses Interview jetzt abbrechen.
S: Aber warum, es ist doch klar, dass man …
FP: Danke schön! Danke schön.
Keine Antwort ist auch hier mal wieder eine Antwort.
LIDL-Chef vs. Günter Wallraff & Markus Grill
7. Mai 2008
In der letzten Kerner-Sendung traf LIDL-Aufsichtsratschef Klaus Gehrig auf den LIDL-Skandal-Enthüller Markus Grill sowie Günter Wallraff, der kürzlich undercover in einer Brötchenfabrik eines LIDL-Zulieferers arbeitete und unfassbare Arbeitsbedinungen enthüllte.
Auf SpiegelOnline findet man eine pointierte Besprechung der Sendung unter dem Titel »Keine Shakehands mit Herrn Dings« – die Sendung selbst hoffentlich bald in der ZDF Mediathek als Videostream.
Schöne neue Arbeitswelt
5. Mai 2008
Günter Wallraff hat bereits am Tag der Arbeit einen Artikel über seinen Undercover-Einsatz in einer Bäckerei, die für Lidl Brötchen herstellt, im »ZEITmagazin« veröffentlicht. Lesenswert! Interessant auch die Zurückweisung der erhobenen Vorwürfe auf der technisch wie gestalterisch hervorragenden Website von Weinzheimer. Schöner Ortsname zudem!
[Nachtrag: Ein Videobeitrag dazu auf SWR.de sowie ein ergänzendes Interview mit Wallraff auf ZEITonline]
[Nachtrag 2: LIDL hat auf seiner Seite eine Information veröffentlicht. Die Frage, die sich mir vor allem stellt: Wie kann es sein, dass drei Institute bei sechs unangemeldeten Qualitätssicherungsaudits bei besagter Firma keine Mängel feststellen konnten?]
Eine Spaßkanone wird 70
2. Mai 2008
Zufällig bin ich über diese fein geschriebene, mit vielen Kriegsmetaphern gewürzte Hommage an das fleischgewordene Witzebuch Fips Asmussen gestolpert. Einzig den letzten Absatz des Artikels, der zunächst einige der typischen Asmussen-Kalauer wiedergibt und dann vom »großen alten Mann des deutschen Kabaretts« spricht, muss man wohl hoffentlich als augenzwinkernde Anleihe bei des Asmussens verschobener Selbstwahrnehmung verstehen … angesichts des treffenden Schlusszitats ist es kaum anders zu deuten.