Petition gegen Bahnprivatisierung
17. Mai 2008
Herwig Kerscher* hat bereits am 22. April eine öffentliche Petition gegen die geplante Bahnprivatisierung auf den Seiten des deutschen Bundestages gestartet, die bislang noch viel zu wenige Unterzeichner gefunden hat. Also los jetzt! Und bitte weitersagen …*
P.S. Bitte nicht über die Link-Adresse wundern; die Petitionsausschuss-Seiten werden vom International Teledemocracy Centre an der Napier Universität in Edinburgh betreut, das das System mit Unterstützung der British Telecom Scotland entwickelt hat.
Gefunden via NachDenkSeiten.
*[Nachtrag am 20.5.: Ein Autor der Nachdenkseiten wies netterweise gerade per Kommentar darauf hin, dass Initiator Kerscher ein Mitglied der »Republikaner« ist. Das ist natürlich Mist … stellt sich die Frage, ob man deshalb eine an sich sinnvolle Petition nicht unterstützt? Diesbezüglich finde ich diese Ansicht recht sinnig.]
*[Nachtrag II am 4.6.: Der Petent hat nun gegenüber den NachDenkSeiten versichert, kein Mitglied der »Republikaner« mehr zu sein (was natürlich lange nicht heißen muss, dass er seine Gesinnung geändert hätte).]
LIDL-Chef vs. Günter Wallraff & Markus Grill
7. Mai 2008
In der letzten Kerner-Sendung traf LIDL-Aufsichtsratschef Klaus Gehrig auf den LIDL-Skandal-Enthüller Markus Grill sowie Günter Wallraff, der kürzlich undercover in einer Brötchenfabrik eines LIDL-Zulieferers arbeitete und unfassbare Arbeitsbedinungen enthüllte.
Auf SpiegelOnline findet man eine pointierte Besprechung der Sendung unter dem Titel »Keine Shakehands mit Herrn Dings« – die Sendung selbst hoffentlich bald in der ZDF Mediathek als Videostream.
Schöne neue Arbeitswelt
5. Mai 2008
Günter Wallraff hat bereits am Tag der Arbeit einen Artikel über seinen Undercover-Einsatz in einer Bäckerei, die für Lidl Brötchen herstellt, im »ZEITmagazin« veröffentlicht. Lesenswert! Interessant auch die Zurückweisung der erhobenen Vorwürfe auf der technisch wie gestalterisch hervorragenden Website von Weinzheimer. Schöner Ortsname zudem!
[Nachtrag: Ein Videobeitrag dazu auf SWR.de sowie ein ergänzendes Interview mit Wallraff auf ZEITonline]
[Nachtrag 2: LIDL hat auf seiner Seite eine Information veröffentlicht. Die Frage, die sich mir vor allem stellt: Wie kann es sein, dass drei Institute bei sechs unangemeldeten Qualitätssicherungsaudits bei besagter Firma keine Mängel feststellen konnten?]
Eine Spaßkanone wird 70
2. Mai 2008
Zufällig bin ich über diese fein geschriebene, mit vielen Kriegsmetaphern gewürzte Hommage an das fleischgewordene Witzebuch Fips Asmussen gestolpert. Einzig den letzten Absatz des Artikels, der zunächst einige der typischen Asmussen-Kalauer wiedergibt und dann vom »großen alten Mann des deutschen Kabaretts« spricht, muss man wohl hoffentlich als augenzwinkernde Anleihe bei des Asmussens verschobener Selbstwahrnehmung verstehen … angesichts des treffenden Schlusszitats ist es kaum anders zu deuten.
»Konvent für Deutschland«?
1. Mai 2008
Es gab einmal eine Zeit, da verstand man unter dem Begriff »Reformen« Schritte, die nötig waren, um die Lage der Bürger im Allgemeinen zu verbessern. Eine Reform war die Ausnahme von der Regel, damit das System als solches und somit auch der Staat Stabilität verkörpern konnte.
Heute gilt jegliche Reform als eine Art Allheilmittel und die neoliberalen Hohepriester möchten es möglichst als optimalen Dauerzustand darstellen. Als könnte auch hier der Weg das Ziel sein. Das Wort »reformieren« wird grundsätzlich synonym zu »Gürtel enger schnallen« verwandt. Rein theoretisch sind damit alle gemeint, rein praktisch trifft es seit Jahren vor allem die unteren Einkommensklassen. Zugleich werden immer mehr Menschen in Zeitarbeit und vom Staat subventionierte Niedriglohnjobs gebracht und ständig mit Horrormeldungen zum Thema Altersvorsorge gefüttert – und gleichzeitig wundern sich »Experten« über die stagnierende Binnennachfrage trotz der scheinbar niedrigen Arbeitslosenzahlen.
Über die NachDenkSeiten bin ich auf diesen Artikel von Matthias Breitinger gestoßen, der die fragwürdigen Ansichten des »Konvents für Deutschland« der Herren Herzog und Clement gehörig auseinandernimmt.
Jede Reform ist nur die Reform vor der Reform. Und jeder Schritt auf die Interessen der Wirtschaft zu wird als solche tituliert. Bestes Beispiel der letzten Zeit ist die Privatisierung der Bahn. Obwohl eine absolute Mehrheit der Menschen dagegen ist, die Bahn überhaupt zu privatisieren, wird ein Verkauf von 24,9% der Zwischenholding für den Personen- und Frachtverkehr an private Anleger beschlossen. Und zugleich wird eine beabsichtigte Festschreibung dieses Prozentsatzes schlicht weggelassen, wodurch sich dieser in absehbarer Zukunft unter einer neuen Regierung ohne größere Schwierigkeiten auf 49,9% oder darüber hinaus aufstocken lassen wird.